Todos), Kampfschwimmer


Bootsführerabzeichen der MAS-Sondereinheiten.




Angehörige der X. Division MAS in der Uniform der Marine der R.S.I. (1944)


Emblem der berühmten X. Flottille MAS

 



Kleinschnellboote (KS)

Einsätze im 1. und 2. Weltkrieg.

Italien. Deutschland.

Versenkung des k.u.k. Großkampfschiffes „Svent Istvan“ am 9. bzw. 10. Juni 1918.

Italien:

Einsätze der italienischen Motor-Torpedo-Boote im 1. Weltkrieg (1916-18)

Italiener und Briten setzen als erste Seemächte im 1. Weltkrieg kleine Motor-Torpedoboote ein. Die italienischen MAS wurden von der Societa veneziana automobili nautice (SVAN) konstruiert. Die Motobarca Armata SVAN waren eigentlich zur Jagd auf U.-Boote vorgesehen. Von 1916 bis 1918 wurden 244 Boote in verschiedenen Modfikationen Dienst gestellt.

Kleinschnellboot S.V.A.N.

Die Boote waren mit Seezieltorpedos, Wasserbomben (Wabo), MG und MK bewaffnet.

Am 7. bzw. 26. Juni 1916 konnten die Italiener zwei Dampfer im Hafen von Durazzo versenken.

Am 10. Dezember 1917 griff ein Verband unter Kommandant Luigi Rizzo den Hafen von Triest an, wo das Panzerschiff „Wien“ außer Gefecht gesetzt wurde.

Die beiden k.u.k. Großkampfschiffe „Svenat Istvan“ und „Tegetthoff“ waren, begleitet von einem Zerstörer und sechs Torpedobooten, aus Pola ausgelaufen. Zwei MAS unter dem Kommando von Rizzo bzw. Giuseppe Aonzo stießen auf den k.u.k. Verband und griffen an. Zwei Torpedos trafen die „Svent Istvan“, die sank.

In den letzten Kriegstagen 1918 griffen zwei MAS unter Raffaele Paolucci und Raffaele Rosseti den k.u.k. Kriegshafen Pola an, wobei durch Torpedos das Großkampfschiff „Viribus Unitis“ versenkt wurde.

Die beeindruckenden Seekriegserfolge der MAS beschleunigten den Zusammenbruch der Moral in der k.u.k. Flotte (Matrosenaufstände) am Ende des Krieges.

Die Entwicklung der MAS wurde nach dem Großen Krieg fortgeführt.

Während des 2. Weltkrieges entwickelte die Marine Nationale Kleinschnellboote. Die mit zwei Standard-Seezieltorpedo mit Heckausstoßvorrichtung bewaffneten Boote kamen aber bis zum Zusammenbruch nicht mehr zum Einsatz. Die Deutsche Kriegsmarine übernahm einige der Boote zur Erprobung. Die MAS wurden bei der Entwicklung deutschen KS „Hydra“ genutzt und in geringerer Anzahl Kampfeinheiten der Kriegsmarine zugewiesen.

Italienisches Kleinschnellboot MAS (1943)

Die legendäre X. Flottille der Marine Nationale (später Marine der R.S.I.), in der alle Sondereinheiten zusammen-gefaßt wurden, blieb beim Zusammenbruch Italiens auf deutscher Seite, kam aber nicht mehr zum Einsatz.



Deutschland:

Die kaiserlich-deutsche Marine konnte mit den kleinen bewaffneten Motor-Booten des „Flandernkorps“ und den wenigen LM-Booten („Luftschiff-Motor-Boote“) keine größeren Kriegserfolge erzielen. Die LM-Boote waren die Vorläufer der berühmten deutschen Motor-Torpedo-Boote, der Schnellboote, S-Boote (1928-45).

Kleinschnellboote KS wurden ab 1943 entwickelt, um die Verteidigung der Küstenfront der „Festung Europa“ durch neue Kleinkampfmittel „See“ zu verstärken. Als Vorbild dienten die italienischen MAS. Die Kriegsmarine entwickelte schließlich das KS „Hydra“. Zur Abwehr der alliierten Landungen in Italien (1943) und Frankreich (1944) kamen die KS aber nicht zum Einsatz. Sicher hätten größere KS-Verbände „Hydra“ Wirkung am Feind erzielen können.

Kleinschnellbootprojekte („Endkriegplanung“). Am Ende Krieges entstanden in Deutschland einige zukunftweisende Entwürfe von KS als Gleiter, Tragflächenboote, darunter auch größere TF-Boote und tauchfähiges TF-Boot Bauart Wendel. Diese Boote waren im Design „flugzeugtypisch“ und einige Entwürfe waren futuristisch. Als Abwehrwaffen waren zumeist Flugzeugbordkanonen hoher Kadenz (MG151) in mehrrohrigen Lafetten, teils in verglasten Waffentürmen vorgesehen. 1945 erfolgte noch ein Versuch mit schnellen Gleitflächenbooten Bauart F. Wankel.

Futuristischer Entwurf eines 16 M-Kleinschnellbootes mit Abwehrbewaffnung bestehend aus Flugzeugbordkanonen MG151 in Drillingslafetten

Deutsche Nachkriegentwicklung:

Die DDR-Bootsindustrie entwickelte Kleinschnellboote, die an die Entwicklung der deutschen Kriegsboote LS (Leichtes Schnellboot) und KS anschlossen. Endlösung war das Leichte Torpedoboot Typ 131. Die 131-Boote waren mit zwei TR, Minen und einer 23mm Flak Zwilling bewaffnet.



+++