K-Verband


„Kommando der Kleinkampfmittel“

der Deutschen Kriegsmarine


1943-45




Ausbildung von Sprengbootfahrer beim K-Verband




Vorgeschichte


Schon während des deutsch-dänischen Krieges und des Amerikanischen Bürgerkrieges entstanden kleine muskelkraftbetriebene Tauchfahrzeuge, frühe U-Boote, die im Küstenkrieg feindliche Kriegsschiffe mit Sprengladungen zerstören sollten. Eine US Fregatte wurde durch ein solches Fahrzeug der Konföderierten versenkt. Mit der Entwicklung des Torpedo Mitte des 18. Jahrh. entstanden kleine Motorboote mit Kolbendampfmaschine als frühe Torpedoträger. Im Ersten Weltkrieg entwickelten die großen Seemächte Funklenkboote, die als Ladungsträger (Sprengboote) gegen Monitore vor der Küste eingesetzt werden sollten. Die Deutsche Marine entwickelte für diesen Zweck des LM-Funklenkboot. Dabei handelte es sich um die unbemannte Ausführung des Luftschiff-Motorbootes ohne Torpedo.

Die Italiener und Briten setzten ihre Kleinschnellboote erfolgreich ein. Hingegen blieben die wenigen deutschen LM-Boote relativ erfolglos. Nur ein russischer Minenleger wurde in der Ostsee von einem LM-Boot versenkt. Dennoch haben die LM-Boote ihren taktischen Wert bewiesen. Der Reichsmarine dienten einige reaktivierte Boote zu Versuchszwecken (UZ-Boote) im Sperrverband Ostsee.

Die Italiener haben schon vor dem Zweiten Weltkrieg Versuche mit bemannten und unbemannten Sprengboote, Bemannten Torpedos und funkgelenkten Flugzeugen (Drohnen) unternommen. Seit 1941 setzten die Italiener mit Erfolg bemannte Sprengboote im Mittelmeer ein. Die berühmte X. Flottille der königlich-italienischen Marine (seit Ende 1943 Kriegsmarine der R.S.I.) wurde zum erfolgreichsten Marinekleinkampfmittelverband der Hauptkriegsmächte. Mindestens zwanzig große Kriegs- und Kriegshilfsschiffe der Allliierten wurden zwischen 1941-43 durch Sprengbootfahrer, Kampfschwimmer und Torpedoreiter der X. Flottille versenkt.

Die Japaner entwickelten schon vor Kriegsbeginn im Pazifik leistungsfähige Klein-U-Boote. Erstmalig wurden die Boote während des Angriffs auf Pearl Harbor eingesetzt. Allerdings blieb ihnen der Erfolg versagt. Ein Boot und ein Besatzungsmitglied fielen in die Hand der US-Amerikaner. Im weiteren Verlauf des Krieges setzten die Japaner mindestens in einem Fall Klein-U-Boote erfolgreich von Bord von Lankstrecken-U-Booten gegen US-Kriegsschiffe ein. Bis Kriegsende hatten die Japaner etwa 1 200 bis 1 300 Klein-U-Boote gebaut. Dazu kam eine Anzahl improvisierter kleiner Motor-Torpedo-Boote, bemannte Sprengboote (meist für Selbstopfereinsatz) und einigen 100 raketenmotorisch angetriebener Selbstopferpflugzeuge der Marine. Diese Fahrzeuge sollten die befürchtete US-amerikanischen Invasion des Mutterlandes abwehren.

Die Briten entwickelten während des Zweiten Weltkrieges Klein-U-Boote, um die in Norwegen liegenden großen deutschen Kriegsschiffe kampfunfähig zu machen. Hauptziel war das deutsche Flotten-Flaggschiff Tirpitz, das Schwesterschiff der 1941 versenkten Bismarck.


Britisches Klein-U-Boot Typ X . Die Boote trugen eine 4 000 kg Mine. Der Bordtaucher konnte auch Haftladungen einsetzen.


Die Tirpitz, die allein durch ihre Anwesenheit die alliierten Seestreitkräfte im Nordraum in Schach hielt und die Russlandgeleitzüge bedrohte, sollte durch Klein-U-Boote und Spezialbomben zerstört oder kampfunfähig gemacht werden. Zwar scheiterten anfänglich alle Angriffe mit Klein-U-Booten und Flugzeugen. Schließlich gelang es den Briten aber doch mit einem ihrer Klein-U-Boote durch die Netzsperren zu schlüpfen und eine Mine unter den Rumpf der in flachem Wasser ankernden Tirpitz zu legen. Allerdings mußte die britische Klein-U-Bootbesatzung wegen einer Havarie aussteigen und geriet in Gefangenschaft der Tirpitz-Besatzung.

Die Briten warnten die Deutschen, bevor die Höllenmaschine unter dem Rumpf der Tirpitz detonierte. Ob die Briten aus Angst um das eigene Leben oder wegen moralischer Bedenken handelten, ist unklar. Einige Zeit später wurde die Tirpitz an ihrem Liegeplatz durch Lancaster-Bomber mit Spezialbomben versenkt.

Ab 1943 wurde das Kommando Kleinkampfmittel der Kriegsmarine begründet.

Der Kleinkampfmittelverband (abgek.: K-Verband) sollte den Einsatz von Kampfschwimmern, Sprengbooten, Kleinschnellbooten, Klein-U-Booten und Bemannter Torpedos zentral planen, organisieren und koordinieren. Hierzu sollte der K-Verband als weitgehend autarker Organismus der KM später Sondervollmachten erhalten, um die wissenschaftlichen, technischen und militärischen Kapazitäten zu bündeln, darüber hinaus geeignete Fahrzeuge, Waffen und Taktiken selbst entwickeln, die Freiwilligen der Marine ausbilden, Kleinkampfeinheiten formieren und einsetzen.

Der K-Verband war zum Zeitpunkt der alliierten Hauptinvasion in Frankreich (6. Juni 1944) noch nicht voll einsatzbereit. Die Kampfschwimmer waren noch in Italien in der Ausbildung und kamen für die Invasionsabwehr zu spät. An der Invasionsfront in der Seinebucht gelangen zwar einige Überraschungserfolge mit Sprengbooten und Bemannten Torpedos. Zur Invasionsabwehr kam der K-Verband zu spät. Zumal auch noch keine einsatzfähigen Kleinbootverbände (Über- und Unterwassertorpedoträger) existierten.

Im weiteren Kriegsverlauf konzentrierten sich die Aktivitäten auf die Entwicklung und den Einsatz von Kleinschnellbooten (Boot Hydra) und Klein-U-Booten (Boot Biber).

Die wenigen KS-Einheiten konnten keine entscheidenden Erfolge erzielen. Zwar blieben auch die Erfolge der noch in größerer Anzahl gebauten Klein-U-Boote aus. Dafür konnten diese außerordentlich starke alliierte See- und Luftstreitkräfte binden. Die Kampfschwimmer operierten am Ende des Krieges in den deutschen Flüßen.

Die Deutsche Bundesmarine hat seit ihrer Gründung keinen Kleinkampfmittelverband aufgebaut. Ausgenommen der Kampfschwimmer-Kompanie existiert bis heute keine Kleinkampfeinheit der Deutschen Marine. Auch die Volksmarine der NVA hat keinen K-Verband gebildet. Beide deutschen Flotten haben ausschließlich Kampfschwimmer eingesetzt. Allerdings entstanden in der DDR mit Boot Hydra, dessen Weiterentwicklungen und KS 131 neue Kleinschnellboote.

Die in der Bundesmarine zur Beschaffung (40 Boote) vorgesehenen kleinen Küsten-U-Boote (6 Mann) wurden zwar erprobt, aber nicht eingeführt. Die VM beschäftigte sich mit dem Projekt eines Klein-U-Bootes, stellte es aber ein.

Tragflügelboote wurden in beiden Staaten zwar entwickelt und erprobt, aber nicht eingeführt. Die Bundesmarine erprobte auch das brauchbare Bodeneffektgerät (Bauart A. Lippisch) als kostengünstigen Ersatz oder Ergänzung der aufwendigen Schnellboote, brach die Entwicklung aber ab.



K-Verband

Einsatzkräfte


Der K-Verband sollte vornehmlich

  • Kampfschwimmer

  • Bemannte Torpedos (BT)

  • Funkgelenkte Ladungsträger (Sprengboote)

  • Kleinschnellboote (KS)

  • Klein-U-Boote

  • SO-Kräfte *

    zum Einsatz bringen.


    * S.O. = Selbstopfer(einsatz)kräfte, z.B. kleine Tauchboote Kleiner Delfin, Ambi-Budd, ab Feb. 1945 offiziell eingestellt)



Kampfschwimmer


Der Einsatz der Kampfschwimmer erforderte in erster Linie entsprechende Ausrüstung, Ausbildung im Schwimmen und Tauchen, Übung von Kampftaktiken. Eine Kampfschwimmer-Lehrkompanie wurde gebildet und zur Ausbildungszwecken nach Italien verlegt. Ein spezieller Kampftaucheranzug und ein blasenfreies Atemgerät waren entwickelt worden. Als Sprengwaffen sollten die Kampfschwimmer vornehmlich Haftladungen und Minen einsetzen.

Im allgemeinen wurden die Kampfschwimmer mit kleinen Marinefahrzeugen (S-Boot usw.) oder U-Boot an ihre Zielobjekte (z.B. Häfen, Schiffe auf Reeden) heran gebracht. Spezielle Kampftaucherfahrzeuge (z.B. elektromotorisch angetriebene Schleppgeräte) standen nicht zur Verfügung. Im Prinzip hätten Kampfschwimmer auch mit Klein-U-Booten an die Zielobjekte transportiert werden.

Als Transportbehälter geeignet waren druckdichte torpedoförmige Behälter für je einen K-Schwimmer mit Ausrüstung, die vom Klein-U-Boot (z.B. Biber) am Rumpf an der Stelle der Torpedos befestigt oder geschleppt wurden.

Bis zum Kriegsende konnten die Kampfschwimmer nur noch wenige Erfolge gegen Schiffe und Wasserbauwerke (z.B. Brücken) erzielen.



Bemannte Torpedos (BT)


Die Entwicklung von BT und Sprengboote war relativ schnell möglich. So konnte aus dem elektromotorisch angetriebenen G 7 e Standard-Seetorpedo für Unterwasserschuß ein bemannter Trägertorpedo gebaut werden. Unter diesem befand sich der Angriffstorpedo G 7 a oder G 7 e.

BT Neger

Mit dem Langlauf-Torpedo Dackel entstand ein vergrößerter 2-Mann-Torpedo mit erweitertem Fahrbereich. Die deutschen BT hatten aber einen geringeren Entwicklungsstand als die japanischen.

Die japanischen Torpedos waren eine bemannte Abart des berühmten Standard-Seetorpedo Lange Lanze. Als Verlustgerät (Selbstopferwaffe) waren die japanischen BT voll tauchfähige Waffen. Dagegen waren die deutschen BT langsame und nur eingeschränkt einsatzfähige Geräte, d.h., Oberflächenläufer, die die Wasserfläche nur unterschneiden, aber nicht tauchen konnten. Erst spätere deutsche BT sollten tauchfähig sein. Von Land aus eingesetzt war der Operationsradius der BT denkbar gering. Dennoch gelangen mit dem BT vereinzelt Erfolge.



Ladungsträger (Sprengboote)


Die funkgelenkten Sprengboote waren kleine Motorboote mit Pkw-Motoren. Folglich waren die Fahrzeuge nur eingeschränkt seefest, von begrenzter Reichweite und relativ langsam.

Die Boote operierten in Gruppen mit Spreng-, Führungs- und Sicherungsbooten.


Deutsches Sprengboot

Im Anmarsch zum Operationsgebiet wurden die Boote vom Bootsführer gesteuert. Der Bootsführer führte das Boot auch gegen das Ziel (z.B. Landungsschiff) und sprang dann über Bord. Die letzte Fahrtstrecke wurde das Sprengboot vom Führungsboot per Funk ins Ziel gesteuert, der Bootsfahrer von einem Sicherungsboot aufgenommen.

Der praktische Wert der kleinen Sprengboote war begrenzt. Unter günstigen Umständen waren aber Erfolge möglich.



Kleinschnellboote (KS)


An Kleinschnellbooten (KS) standen ab 1944 anfänglich nur kleine italienische MAS (ein 45 cm Torpedo) mit zwei Alfa Romeo-Motoren (je 95 PS) zur Verfügung. Die Seefestigkeit und Fahrleistungen der kleinen Boote waren eher mäßig. Der K-Verband erteilte den italienischen Yacht- und Bootswerften aber Aufträge über eine Anzahl Boote (mehr als 100).

KS Hydra

Aus dem Vergleichswettbewerb KS des K-Verbandes ging Boot Hydra als Sieger hervor. Dabei war Hydra mit 13,5 m Länge eigentlich zu groß. Ein Boot von 10 m wäre geeigneter gewesen. Schließlich sollten die KS in großen Stückzahlen produziert werden, auf Schiene, Strasse und Wasserwegen problemlos transportfähig sein, in kleinen Einheiten mit autarken Wartungseinheiten überall entlang der Küsten getarnt stationiert und bis 300 sm seewärts operieren können.

Der K-Verband projektierte noch eine ganze Reihe von sehr fortschrittlichen KS mit futuristischem Design, darunter zukunftsweisende Tragflügelboote (u.a. Bauart Wendel). Realisiert wurden die Boote freilich nicht mehr. Bei Kriegsende waren nur wenige K-Flottillen mit KS ausgerüstet. Einen Einfluß auf die Seekriegsführung hatte die Boote nicht mehr.



Klein-U-Boote (kleine Tauchboote)


Von den deutschen Klein-U-Boote war Boot Biber am erfolgreichsten. Aber auch Biber litt an technischen Mängeln. So bereiteten die Kühlwasserventile und die Benzinmotore immer wieder Probleme. Oft drangen giftige Motorabgase ins Boot. Ein von sechs Bibern der K-Flottille 265 geplanter Angriff auf die Reede von Murmansk im Jan. 1945 mußte wegen Wassereinbruch und Explosionsgefahr abgebrochen werden: schon bei der Überfahrt auf den Transport-U-Booten lockerten sich Dichtungen und Benzin-Zuleitungen.


Klein-U-Boot BIBER

Die ersten Klein-U-Boote Molch und Biber bewährten sich wenig. Nicht minder versagten die BT Neger und Hai. Klein-U-Boot XXVII/Hecht zeigte noch technische Mängel, XXVII B/Seehund aber war ein ausgereiftes Boot. Letzteres wurde zwar noch in Serie in größerer Zahl gefertigt, kam aber zu spät.

Trotz ihrer technischen Mängel haben die Klein-U-Boote bis Kriegsende starke alliierte See- und Luftstreitkräfte gebunden.








SO-Einsatz


Für den geplanten SO-Einsatz waren neuartige kleine Tauchboote der deutschen Tochter des US-Konzerns Ambi-Budd, Berlin-Johannisthal, vorgesehen.

Die Boote Kleiner Delphin und Großer Delphin waren dynamische Tauchboote, die bei Verschlußzustand ohne besondere Druckfestigkeitsmaßnahme 10 m tauchen, deren hydrodynamisch optimierte Bootskörper in automobiler Blechbauweise erstellt waren und mit Kreislaufmotor hohe Unterwassergeschwindigkeit realisieren konnten.

Die Boote sollten unter dem Rumpf aufgehängte oder geschleppte Minen zum Einsatz bringen.

Bei Aufgabe des SO-Einsatz im Feb. 1945 wurden die Versuchsboote und die Pläne zerstört.

Mit Kreislaufmotor oder Walther-Turbine hätten die Boote Potential als tauchfähige Kleinschnellboote gehabt. Statt der Mine hätte unter dem Rumpf ein Standard- oder Leichttorpedo (ggf. reaktiver Torpedo) aufgehängt werden können.


Kleines Tauchboot Kleiner Delfin (Ambi-Budd)




Zusammenfassung


Im Herbst 1943 äußerte der britische Kriegspremier Winston Churchill in einer geheimen Besprechung seine ernste Sorge wegen dem sich immer deutlicher abzeichnenden deutschen Technologievorsprung in der Waffentechnik. Seiner Meinung nach könnte die alliierte Gesamtkriegsplanung gegen Deutschland scheitern: selbst wenn die geplante alliierte Hauptinvasion in Frankreich im Sommer 1944 gelänge, könnten die Deutschen mit ihren neuen Waffen die Alliierten ab Frühjahr 1945 wieder aus Nordwesteuropa herausdrängen. Nicht weniger Sorge äußerte der Kommandierende General der 8th US Army Air Force, der ab Herbst 1943 mit dem Zusammenbruch der alliierten Luftoffensive gegen Deutschland rechnete, sollten die Deutschen neuartige Fliegerbordraketen gegen die US-Bomber einsetzen.


Mit den vorhandenen Kräften konnte der K-Verband die Kriegslage ab 1944 nicht mehr beeinflußen. Der Verband hätte schon im Frühsommer 1943 einsatzbereit sein müßen, um die alliierte Landung in Sizilien (Sommer 1943) abzuwehren und die alliierten Operationen in der Ägäis und dem Balkan zu unterbinden. Zwar konnten die Deutschen die Alllierten in der Schlacht um die Ägäis bis Herbst 1943 schlagen und alle Absichten der Alllierten auf dem Balkan vereiteln. Aber die Landung der Alliierten auf Sizilien und dem italienischen Festland konnten sie nicht verhindern. Zumal der Verbündete Italien versagte.


Um die alliierten Landungsunternehmen entlang der europäischen Küsten im Norden, Nordwesten, Süden und Südosten abwehren zu können, den Rückzug der Wehrmacht von der Krim abzusichern, die leichten Seestreitkräfte der KM zu unterstützen, hätte der K-Verband schon im Sommer 1943


  • mehrere 100 Klein-U-Boote und Bemannte Torpedo,

  • 1 000 KS,

  • mindestens die gleiche oder größere Anzahl Sprengboote,

  • sowie Kampfschwimmern,

    einsetzen müssen.

Zur Abwehr der alliierten Hauptinvasion in Nord- und Südfrankreich waren

  • mehr als 1 000 Klein-U-Boote bzw. kleine Tauchboote,

  • 2 000 KS,

  • 2 000 bis 3 000 Sprengboote,

  • 1 000 Bemannte Torpedo,

  • Flugkörper-Kompanien,

  • bemannte und unbemannte Kleinflugzeuge,

  • Kampfschwimmer-Kompanien,

  • Marinestoßtruppabteilungen,

  • Küstenjägerabteilungen,

  • Werwolf-Jagdeinheiten,

  • SO-Einheiten,

    nötig.

Der K-Verband hätte im Sommer 1943 20 000 Mann und bis Sommer 1944 bis zu 40 000 Mann (einschl. Reserve) umfassen müssen.


Zum Zeitpunkt der alliierten Hauptinvasionen in Nord- und Südfrankreich (ab 6. Juni 1944) standen im Westen nur wenige deutsche Zerstörer, T- und S-Boote, moderne Küsten-U-Boote (E-Klasse XXIII) waren nicht vorhanden. Die Luftwaffe hatte kaum einsatzfähige Kräfte.


Zwar wurden die KS in der Dringlichkeit noch vor dem Jägerprogramm geführt. Aber die klassische Bootsbautechnologie (Holz- oder Kompositbauweise) beschränkte die Produktionszahlen der Boote. Zumal die Yacht- und Bootswerften nur beschränkte Kapazitäten hatten. Folglich mußten KS und kleine Tauchboote automobile Karosseriebautechnologie nutzen. Diese wurde bei Boot Schlitten und Delphin (Ambi-Budd) angewandt.


Die Torpedowaffe der KS, Klein-U-Boote (kleine Tauchboote und BT hätte durch den Einsatz von Lankstreckentorpedos wie dem Langsamläufer Dackel, drahtgelenkten Torpedos (Torpedosteuerung Spinne), sensorisch gesteuerter Geräuschtorpedos (T-5 Zaunkönig) und reaktiver Torpedos (auch Leichttorpedo von weniger als 400 kg) ab 1945 an Schlagwirkung gewonnen.

Schleuderwaffen (z.B. ungelenkte 8,6 cm Raketen) wurden bis 1945 nur begrenzt eingesetzt. Mit neuen draht- und funkgelenkten Flugkörpern war aber ab Frühsommer 1945 zu rechnen. Diese Waffen hätten die Schlagwirkung der K-Flottillen wesentlich verstärkt.


„Trotz fehlender Erfahrungen und nicht abgeschlossener Erprobungen zwang die Feindlage zum Einsatz der vorhandenen Mittel. Die Versuche und Erprobungen wurden also praktisch am Feind gemacht.“

Adm. Heye, Befehlshaber der Kleinkampfmittel, in einer Veröffentlichung nach dem Kriege.



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