Die Entwicklung der Kleinkampfmittel

Marine Spezialkräfte


Zweiter Weltkrieg



Erste taktisch-technische Ansätze in der Entwicklung der Kleinkampfmittel Marine Spezialkräfte reichen in die Zeit des Amerikanischen Bürgerkrieges (Entwickluung von Tauchbooten durch die CSA-Marine), des deutsch-dänischen Krieges (Bauer Tauchboot)und des Ersten Weltkrieges (Funklenkboote, Kleinschnellboote) zurück. Aber erst die Königliche Flotte Italiens (Regia Marina, RM) entwickelte vor dem Zweiten Weltkrieg brauchbare Kleinkampfmittel. Die Deutschen, Briten und Japaner waren von den italienischen Erfolgen (Angriff auf Aexandria) beeindruckt und schlossen auf.


Die Reichsmarine nutzte zwar die LM-Boote (kleine Torpedoträger auf der Basis der Funklenkboote) als Versuchsboote „UZ“ für die Entwicklung der neuen Motor-Torpedo-Boote (Tarnbezeichnung S-Boote). Aber die Funklenkboote und Gleittorpedos der Kaiserlichen Marine, die Hochtechnologiewaffen des Weltkrieges waren, wurden nicht gesondert gefördert. Auch die Kriegsmarine zeigte wenig Interesse als den „Kleinkampfmitteln“. Erst die Erfolge der Italiener bewirkten ein Umdenken. Aber praktische Ergebnisse im Fronteinsatz stellten sich erst ab Sommer 1944 ein. Da war es aber schon zu spät.


Aussichtsreich waren die Kleinkampfmittel schon zu Kriegsbeginn. Wirkungsmöglichkeiten bestanden gegen feindliche Kriegs- und Handelsschiffe in geschützten Häfen und auf Reeden. Auch als nicht autonome Kampfmittel an Bord von Handelsstörern (Hilfskreuzern) waren Kleinkampfmittel (Sprengboote, Klein-U-Boote, LS, MS) wirksam.


Zwar wurden den deutschen Hilfskreuzern einzelne Leichte Schnellboote (LS) und Minenschnellboote (MS) an Bord gegeben. Aber die waren nicht fronterprobt und in der Praxis wirkungslos. Die nicht autonomen Kampfmittel der Hilfskreuzer (LS, MS, Bordflugezuge) waren nicht oder nur wenig wirksam. Es gab bittere Klagen der Hilfskreuzerkommandaten.


Die Marine bei Kriegsausbruch Marine-Einsatz.-Kommandos (MEK) gebildet (Kadertruppe war eine SS-Einheit). Aber erst mit dem K-Verband entstand Ende 1943 eine autonomer Verband für den Einsatz der Kleinkampfmittel.


Der K-Verband konnte gegen die alliierten Invasionen 1943 (Sizilien, Festland) nicht und Frankreich 1944 nur bedingt eingesetzt werden. Die Truppenteile und Einheiten (Kampchwimmer, Sprengboote, Bemannte Torpedo, Klein-U-Boote, KS) waren noch nicht voll ausgebildet und aufgestellt. Dennoch gelangen dem K-Verband während der Invasion 1944 (Seinemündung) beachtliche Erfolge.


Bei Kriegsende kämpften die Kampsfchwimmer zwar in den deutschen Flüssen. Aber sie waren keine Kommando-Spezialtruppe im Erdeinsatz. Im Gegensatz zur berühmten X. Flottiglia (Divisione) MAS der RSI-Kriegsmarine setzte der K-Verband keine großen Landstreitkräfte (Jagdverbände) ein.


Die revolutionären gelenkten Körper (funkgelenkte Flugkörper Henschel Hs 293, schon ab 1943 einsatzbereit) wurden durch den K-Verband nicht eingesetzt. Dabei waren diese als land- und schiffsgestützte Waffen (Null-Start-Verfahren) sehr wirkungsvoll gegen Schiffsfziele im Küstenvorfeld.


Zwar bildete die KM bis Kriegsende eine größere Anzahl von Landungsflottillen (MFP). Aber eine Marine-Infanterie als amph. Kampftruppe wurde nicht formiert. Erst bei Kriegsende enstanden Marine-Infanterie-Brigaden und -Divisionen. Aber die waren zweit- und drittklassige Heeres-Ergänzungstruppen ohne nennenswerten Kampfwert. Jene reichten nicht an die Qualität der ruhmreichen Marineinfanterie der Kaiserlichen Marine (Marine Corps Flandern), die US Marines, die französischen Mariniers und die italienischen Marinos (Marinedivision san Marco, X. Divisione MAS) heran. Die Kampferfolge der Küstenjägerabteilung zbV 800 „Brandenburg“ hätten eine amph. Truppe aber begründen können.




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